Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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des Stroms, den er dämmen ſollte, trugen ihn fort— nach Sevilla. Che er dieſe Stadt noch erreicht hatte, verließ er ſein Schiff, und von einem einzigen Diener begleitet, ritt er gegen Alt⸗Sevilla, die magiſchen Rui⸗ nen Italica's wieder zu begrüßen. Spät Abends langte er dort an. Das erſte menſchliche Weſen, auf das er in dem Umkreiſe der römiſchen Trümmer ſtieß, war ſein einſtiger Führer Hilario. Nach herzlichem Willkommen⸗ goß er ſein Herz in den Buſen des theilnehmenden Al⸗ ten aus. Dieſer ſchüttelte bedenklich den Kopf, als er die ſeltſame Begegnung Albinens mit Aſtolph erfuhr; er rieth dieſem abzuſtehen von dem Jagen nach einem Traumbilde von Liebe, das im wachen Leben nur Un⸗ muth und zahlloſe Leiden erzeugen müſſe. Er war in— ſichtbarer Verlegenheit, als ſich Aſtolph dem Platze nä⸗ herte, wo er die kleine Sängerinn einſt erblickt hatte, ja, er vertrat ihm, freundlich warnend, ſogar den Weg.

Aſtolph befremdet, ahnte ein drohendes Unheil, und be⸗ ſchwor Hilario aufrichtig zu ſeyn.„Wohlan,“ ſagte

dieſer,„du haſt zu guter Stunde, wenn du männlich ſtark, zu ſchlimmer, wenn du ſchwach biſt, dieſen Platz

betreten; die, an welche du Erinnerung hier ſucheſt,

theilt dieſen Boden mit dir, und vielleicht deine Gefüh⸗ le.“ Aſtolph ſtand verſteinert; Föſes Htlario fuhr fort,

»beſucht ſie dieſen ihren einſtigen Aufenthalt, an der

II. Band. 2