Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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23 Seradilla's ward der Schauplatz ſeiner innern Kämpfe. Sein Vater zog ihn dahin, und weil Aſtolph liebte, ohne es ſelbſt zu glauben, erweckte er durch die Außen⸗ ſeite einer unbefriedigten Neigung Ghismondens Liebe, der die ſeinige doch nicht galt. Streitend gegen ſein ei⸗ genes Herz, verſuchte er nicht ſelten, es zu überreden, daß es Ghismonden geneigt ſey; doch dieſe unſeligen Verſuche, das eigenſinnige Herz zu beugen, dienten nur dazu, Ghismonden und ſich ſelbſt zu täuſchen. Jene glaubte ſich geliebt, und das Feuer ihres Blutes loderte nur für Aſtolph, der nach jedem Erguſſe ihres Herzens mit Schmerz erkannte, daß ſie ihn nicht befriedige, und durch Kälte nur um ſo anziehender ward. Enrique be⸗ trachtete die Verbindung mit dem mächtigen, glanzvol⸗ len Hauſe Seradilla als den Triumph ſeiner Bemü⸗ hungen, das ſeinige auf die gewünſchte Höhe zu brin⸗ gen. Er verlangte Aſtolphs Entſcheidung mit ſteigender Unruhe; die Verbindung ſeines Sohnes mit Ghismon⸗ den war abgekartete Sache, Aſtolphs Wahl eine leere Förmlichkeit, und weder Enrique noch die Stadt, wel che von keinem Liebesverhältniſſe wußten, konnte deſſen Zögerung ſich erklären. Aſtolph war auf dem Puncte, mit Ueberwindung ſeiner ſelbſt, Ghismondens Hand feyerlich zu begehren, und ſo ſeinen Träumen und dem Bilde Albinens für immer zu entſagen, als er den Auf⸗