22 bewegungen ſeines Verſtandes gegen eine, im Sinne der Weltleute unbeſonnene, Liebe verſchwanden mit ei⸗ nem Male, und indem er, überwältigt von der auflo⸗ dernden Flamme in ſeiner Bruſt, das blutige Tuch an ſeine Lippen führte, rollten ſeine Thränen darauf; er erſchrack vor den grauenvollen Zeichen in ſeiner Hand, Blut und Thränen begleiteten das Selbſtgeſtändniß ſei⸗ ner Liebe. Er ging, Albinen aufzuſuchen, doch ſie war bereits fort; er erfuhr, daß ſie nicht nach Madrid, ſon⸗ dern auf andern Wegen mit ihrem Vater heimgereiſet ſey. Ohne es zu wagen, ſeinen Vater über den Zuſtand ſeines Herzens aufzuklären, kehrte er mit dieſem nach Madrid zurück. Einſylbig äußerte er ſich über Ghis⸗ monden, und Enrique nährte die beſte Hoffnung für das Gelingen ſeines Planes, denn Aſtolph äußerte kein offenbares Mißfallen an jener, und das beweiſet ja ge⸗ rade Liebe genug, um eine Heirath darauf zu negociren.
Das Aufleben des Bildes der Unſchuld und des darüber ſchwebenden Ideals weiblicher Schönheit und Tugend in der unerklärbaren Wiedererſcheinung des
Wunderkindes von Italica, beſchäftigte Aſtolphs Ge⸗
müth ergreifend und anhaltend. Je weniger er ſeine
BGefühle verrathen durfte, um ſo tiefer durchdrangen ſie
ſein Innerſtes, Er wagte es nicht, ſich bey irgend Je⸗ mand um Albinen zu erkundigen. Der Pallaſt der


