— Glück zu genießen. Sonderbar bewegte ihn aber, je mehr er ſeine unbekannte Nachbarinn maß, die Erin⸗ nerung an eine Grille ſeines Unmuths aus der Zeit, da er mit dem Frauengeſchlechte am zerfallenſten war. Damahls ſchwebte nähmlich, wie das Bild eines trö⸗ ſtenden Traumes in den Tagen einer bewegten kum⸗ mervollen Wirklichkeit, das Gemählde ſtiller, häuslicher Zurückgezogenheit vor ſeiner Seele; die Frauen der Hauptſtadt hatten ihm die große Welt mit ihrem klein⸗ lichen Treiben verleidet, und neben dem eaſtiliſchen Stolze durfte die Sehnſucht nach friedlicher Abgeſchie⸗ denheit in ſeinem Herzen leben. Er verſetzte ſich in ſei⸗ nen Träumereyen an die Seite eines tugendſamen chriſtlichen Weibes in eine der einſamen Gegenden am Guadalquivir, wo er einſt ſo ſorglos und fröhlich wan⸗ delte. Eine Laune ſeines Herzens lieh dem phantaſtiſchen Gebilde einer einfachen ſchmuckloſen Lebensgefährtinn die Geſtalt des engelgleichen Kindes, das er in der Theater⸗Ruine von Italica geſehen. Im vollen Reitze der entfalteten Weiblichkeit ließ ſeine ſchwelgende Phan⸗ taſie jene herrliche Knoſpe aufgeblüht vor ſeiner Seele prangen. Tiefen Eindruck hatte jenes Kindes traumar⸗ tiges Erſcheinen in ſeinem Gemüthe gelaſſen, er hatte in deſſen Augen deutlich das Verſprechen der Natur ge⸗ leſen, hier ein Herrliches zu entwickeln. Auch dieſe gril⸗
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