Geſchick verfolgte dieſen auf ſeinen erſten Zügen durch das weite Gebiet der Liebe. Glühend für ein weibliches Ideal in ſeiner Bruſt, wähnte ſein ſchnellaufloderndes Herz, es überall zu finden, wo Anmuth und ſinnliche Reitze ihn den ſeltenen Kern edler geiſtiger Weiblichkeit vermuthen ließen. Eiferſüchtig bis zum Unglaublichen, und um ſo ſchwerer zu feſſeln, je ſchneller er ſich jeder⸗ zeit anfangs befriedigt glaubte und zeigte, flüchtig er⸗ ſcheinend, weil er bald enttäuſcht, ſtets gekränkt an ſeinem Ideale, mit auffallender Kälte zurück trat, ward Aſtolph bald von allen Frauen Madrids, die er der Reihe nach zu necken geſchienen, aufgegeben, und im Stillen gehaßt. Das Vorurtheil gegen die Aufrichtig⸗ keit ſeines Herzens ward allgemein, und der Verkannte der Spielball weiblicher Eitelkeit und Rache. Daß ſein Herz ſich unter den oft tiefkränkenden Vorfällen ſolchen Spiels immer mehr auf ſich ſelbſt beſchränkte, daß er die Frauen jetzt nur nach dem wüſten Treiben ihrer au⸗ genblicklichen Neigungen beurtheilte, war natürlich. Die wahre Liebe war ihm fremd geblieben, und ſie verlor nun ſelbſt den Muth, ſich ihm zu nähern. Don Enri⸗ que war mit der Freyheit des Herzens, die Aſtolph in ſeiner Lage erhalten mußte, wohl zufrieden. Er ver⸗ ſchwärzte ihm das Frauengeſchlecht auf alle nur denkli⸗ che Weiſe, und indem er ſeine Vaterzärtlichkeit ver⸗
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


