— 8— ten Häuschens ſtand ein Alter im ſchwarzen Gewande der mit einem Rohre in einer Glasſchale eine rothe Maſſe
rührte, und aufmerkſam die aufſteigenden Blaſen be⸗ trachtete. Aſtolph näherte ſich dem lieblichen Kinde,— es blickte freundlich auf, dann wieder in den Schooß; — er zog einen Saphierring vom Finger, und zierte mit dem Steine der Unſchuld, der nur am Finger der Unreinen erbleicht, die kunſtreiche Hand der Kleinen, was ſie freundlich lächelnd litt.— Doch bald, mit dem Schlage der Abendglocke von Alt⸗Sevilla, trat eine ſchlanke Frau aus der offenen Thüre des Hauſes, und ſtellte eine Lampe hinter ein dunkles, unſcheinbares Ge⸗ mählde im Gewölbe;— dort zeigte ſich im Transpa⸗ rente ein männliches Porträt, dem Alten am Fenſter nicht unähnlich, mit einem hellen Ordensbande um die Bruſt. Erſtaunt trat Aſtolph dem Bilde näher, die Ma⸗ trone, ihn erblickend, fuhr erſchreckt vor ihm zurück, loſchte die Lampe aus, nahm ihr Mädchen heftig beym Arme, und eilte dem Innern des Hauſes zu, deſſen eiſerne Thüre ſie mit dem Ausrufe hinter ſich zuwarf: „Gott! ein Mondonedo!“— Der Alte am Fenſter war verſchwunden, letzteres wurde von innen geſchloſſen; Hi⸗
lario klopfte jetzt dem erſtaunten Aſtolph lächelnd auf die Schulter, und ſagte:»Ihr ſeyd nicht der Erſte, den dieſe ſonderbare Drey in Nachdenken verſetzt, aber


