Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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Aſtolph begeiſtert aus; wehmüthige Harfentöne, durch die Säulengänge hallend, ſchienen ſeine Worte zu be⸗ gleiten. Er folgte den Tönen an der Hand ſeines lä⸗ chelnden Begleiters, wie von einem Zauber angezogen; eine zarte, weibliche Stimme, der die Harfe Flügel zum Himmel lieh, ließ ſich jetzt hören. Aſtolph vernahm die letzten Strophen des altſpaniſchen Volksliedesvom armen Kinde, das die Mutter um Brot bittet, ſeinen Hunger zu ſtillen; die Mutter ſäet Weizen und vertröſtet das Kind auf die Ernte; die Mutter weiſet dem Kinde das blühende, das reifende Korn, ſie weiſt ihm das Mehl, den Teig, und vertröſtet es auf das Backen doch, wie das Liedchen ſchließt,als das Brot gebacken war, lag das Kind auf der Todtenbahr. Bey den letzten, mit weinender Stimme geſungenen Verſen ſtand Aſtolph vor der Sängerinn. In einem Ge⸗ wölbe der Ruine, das zum Eingange in ein daran ge⸗ bautes Häuschen diente, ſaß auf einem einſt vergolde⸗ ten, niedern Lehnſtuhle ein vierzehnjähriges Midchen; die kleine Harfe hatte ſie mit der Linken am Schluſſe ihres Liedes umgewende t, und hielt ſie am Knopfe, mit der Rechten ſtützte ſie ihr Engelsköpfchen auf die Knie, Thränen entquollen den blauen, auf den Boden geſenkten Augen. Aermlich aber rein war ſie gekleidet. Ihr im Rücken an einem Bogenfenſter des angebau⸗