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Wirklichkeit greift jetzt nicht ſelten in das Leben des Künſtlers ein, der ihn einſt nur darſtellen ſollte, und dieſer Kampf, ſiegreich beſtanden, reicht dem Leben die Krone oder der Kunſt. So iſt unſere Breterwelt, auch wenn der Vorhang gefallen, noch ein Bild der wirk⸗ lichen Welt, in der ſie ewig prangen wird als ein gol⸗ dener Spiegel der Menſchheit.
Mit Recht wird der Lauf unſeres Lebens mit dem Gange des Jahres verglichen; was der Frühling oft unſcheinbar hervortreibt aus der Erde, reifet zur wun⸗ dervollen Frucht des Herbſtes, und manch' geringfügi⸗ ges Ereigniß in des Jünglings Leben begleitet in ſelt⸗ ſamer Entwicklung den Greis zum Grabe. Im Lenze des Jahres und ſeines Lebens reiſte der zwanzigjährige Aſtolph von Mondonedo, der einzige Sohn eines ſpa⸗ niſchen Granden, welcher in Madrid als Vorſtand des höchſten Gerichtshofes in bedeutendem Anſehen ſtand, von einem Ausfluge in das ſüdliche Spanien nach ſei⸗ nem Vaterhauſe zurück. Der lebensfrohe Blick des jun⸗ gen Reiſenden, der vor Kurzem von der Säule des Herkules, der unüberwindlichen Felſenveſte Gibraltar, in einen andern Erdtheil hinübergeblickt, und in Ca⸗ dir die aufgehäuften Schätze der ſpaniſchen neuen Welt angeſtaunt hatte, nahm Abſchied von den herrlichen Ufern des Guadalquivirs. Mit gepreßtem Herzen verließ er


