faßt nicht mehr das Heer der Ideale, die Jeder im Kriege mit ſeinem nächſten Nachbar nach ſeinen Trieben und Wünſchen dort ſucht, oder zur Schau ausſtellt. Darum iſt ſie nicht, wie des Theſpis Wagen, der ſchim⸗ mernde Leitſtern am Pole des Lebens, nicht das eine und höchſte Ideal geblieben;— unſere Breterwelt iſt ein ſchwarzer Spiegel, wo ſie tragiſch iſt, aller Zeiten und Geſchlechter, ein buntes Glas, wo ſie beluſtigen will, grell färbend die Thorheiten der Gegenwart.— Zum prunkenden Hausgeräthe der ſich ſelbſt unklaren Mitwelt herabgeſunken, von jedem nach Belieben be⸗ nützt, gleicht ſie nur zu ſehr der Ruine eines griechiſchen Tempels zum modernen Wohnhauſe eingerichtet. Müh⸗ ſam nur arbeitet ſich auf unſerer Bühne der ideale Schein aus dem Seyn des Alltagslebens hervor, und wenn die Griechen den Schauſpieler auf dem Cothurn und in der Larve nicht kannten und nicht beachteten, einzig mit der Idee, die er verſinnlichen ſollte, beſchäftigt, ſo tritt bey uns ſein Leben um ſo bemerkbarer mit an's Licht, und die Verſchmelzung ſeines Selbſt mit dem Gebilde des Dichters, das er belebt, nähert die Welt auf den Vretern gar ſehr dem gewöhnlichen Thun und Treiben. Aber eben dieſe Verbrüderung der Kunſt mit dem Leben hat das Künſtlerleben auf der Bühne in einen Zwie⸗ ſpalt mit beyden verſetzt. Der Kampf der Ideen mit der
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