In der Zeit des weiſen Solon durchzog Theſpis von Joaria mit ſeinem Wunderkarren das neugierige Grie⸗ chenland. Von den mit Epheu bekränzten Bretern her⸗ ab, ergetzte er mit ſeinen Genoſſen die ſchauluſtigen Hel⸗ lenen durch die lebendige Darſtellung mancher großen That oder des Unterganges ihrer alten Heroen. Wan⸗ dernd von Stadt zu Stadt, führte Theſpis das Kleinod der Sterblichen, das Ideal menſchlicher Größe im Han— deln und Dulden, mit ſich herum; ſein Wagen, der Triumphwagen der Muſen, glich dem Rücken des Atlas; wie dieſer den Himmel, trug jener die Welt und ihre Helden. Aber Atlas und Theſpis ſind zur Fabel gewor⸗ den; die Sphären des Himmels, auf ſich ſelbſt fußend, kreiſen nach ewigen Geſetzen ſonder Störung durch ein⸗ ander, und das Schickſal wallt durch die irdiſche Welt im altgewohnten Streite mit dem Willen der Sterb⸗ lichen. Herabgeſtiegen von des Theſpis Wagen, ſpricht ſich der Sinn des Erdenlebens durch ſich ſelber aus; die Tempel der Kunſt des pilgernden Tragöden laſſen das gereiftere Geſchlecht zugleich mit den Erinnerungen an eine prunkloſe große Vorzeit, das Bild der vielbeweg⸗ ten, gleißenden Gegenwart ſchauen. Unſere Schaubühne
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