Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ſeine Augen, er ſchloß ſie bewegt in ſeine Arme. Ich danke Dir für alle Güte und Liebe und Treue, die Du mir bewieſen haſt, ſagte er; ich habe es Dir nie vergel⸗ ten können, aber der Herr hat es Dir j ſelbſt vergol⸗ ten. Sie konnte ihm darauf nichts entgegnen, ſie ſah ihn auch durch Thränen an, aber ſo glücklich und dankbar, ſie wollte ſagen: Du biſt mir immer ein lieber, gütiger und getreuer Hausherr geweſen. Und mit dem Hübſcherwerden hat es wirklich ſeine Richtigkeit, ſagte er nach einer Pauſe, ich könnte mir doch gar nicht denken, wie Du hübſcher ausſehen könnteſt. Sie lächelte und glaubte es. In⸗ dem ſie jetzt nach dem Sofa gingen und unter den großen Jugend⸗Bildern feiernd Platz nahmen, ſahen ſie erſtaunt gegenüber an der Wand zwei Gegenſtücke in ſchönen gol⸗ denen Rahmen: eine jugendliche Frau und ein Küraſſier⸗ Offizier. Otto! Eliſabeth! riefen die lieben Großeltern in freudiger Ueberraſchung.

Die Großmama hatte vor längerer Zeit den Wunſch geäußert, die Vilder zu haben. Wenn ich erſt einmal in der Stube bleiben muß, und wenn Ihr gar verſetzt wer⸗ det, hatte ſie zu Eliſabeth geſagt, ſo möchte ich Eure Bil⸗ der dort haben. Von Eliſabeth war die Erfüllung dieſes Wunſches nicht gerade von ſich geſchoben, ſie hatte zugleich aber ſich die Bilder der Großeltern damit vermachen laſſen. Für jetzt hingen ſie ſich nun gegenüber und ſahen ſich freundlich an.

In dem Augenblick trat Onkel Karl ein, im ſchwar⸗