Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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gewidmet, und wie er früher mit ihnen ſo herrlich über die Wahrheit des Lebens und die beglückenden Anſichten der Wirklichkeit reden konnte, ſprach er jetzt von dem Glück ſeines häuslichen Lebens, von ſeinem ungewöhnlich begab⸗ ten kleinen Mädchen, von ſeiner lieben, ſtillen, frommen Hausfrau, und daß es wirklich einen Frieden gäbe, der über die Wirklichkeit und über alle Vernunft hinaus die Seele befriedigen könne.

Für Emilien war dieſe Art zu ſchwatzen, wie ſie es nannte, immer noch unerträglich, und jedesmal, wenn ſie

mit Stottenheim zuſammen kam, war es für ſie eine rechte

Aufgabe, ihm geduldig anzuhören und auch eingehend auf ſeine Fragen zu antworten. Sie gab es jedoch in ihrem Herzen und auch gern ihrem Manne zu, daß der Herr

Chriſtus auch für gutmüthige und oberflächliche Leute ge⸗

kommen ſei. Sie ſah ein, daß Stottenheim nur ein klei⸗ nes Pfund erhalten hatte, und daß der Herr wenig von ihm fordern wolle.

Vor Sonnenuntergang wandelte die ganze Geſellſchaft

auf dem bekannten Grasrain hinauf. Es war ein er⸗

quicklicher Maienabend. Eliſabeth pflückte mit ihren Schwe⸗

ſtern wieder liebliche Feldblumen, ihr Mann aber hatte keine Veranlaſſung, auf die jungen Mädchen eiferſüchtig zu ſein, und war ihnen ein aufmerkſamer und liebenswür⸗ diger Schwager. Als ſie das Ende des Grasrains er⸗ reicht hatten, ſetzten ſich alle auf einen grünen, etwas hö⸗ hern Wall und begannen zu ſingen. Kadden ſtimmte zu