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warten, weil ſie Beſchäftigung in einem ſchönen Berufe habe und weil ſie wiſſe, daß ſeine Verſtimmungen nicht ihr gel⸗ ten.— Eliſabeth hatte diesmal in wirklicher Ueberzeugung geſprochen, die Tanten fühlten das, und Wina beſtätigte es gern in einigen erhabenen Sentenzen. Wie ſchwer oder leicht ihr die verſchiedenen Stimmungen des Mannes zu tragen wurden, behielt ſie für ſich, die Tanten würden es doch nicht recht begriffen haben, wenn ſie geſagt hätte: Kämpfe ſind in jeder Ehe, aber in einer chriſtlichen ſind ſie ohne Gefahr.
Die Tanten aber kamen faſt jedes Jahr wieder und überzeugten ſich immer mehr von Eliſabeths Glück, und die Liebe zu ihr und die Achtung für den verehrten Reffen ſtieg von Jahr zu Jahr. Ja, die immer von ihnen an⸗ gefeindete Richtung, die ihnen in Kaddens Eigenthümlich⸗ keit ſo entſchieden wie nirgends entgegentrat, nannten ſie in dieſem Hauſe harmoniſch. Tante Wina konnte jetzt ſo⸗ gar verſichern, daß ſie dieſelben Anſichten habe und gehabt habe von Jugend auf, und Paula vergaß Thränen der Rührung, wenn es irgend eine rührende Scene mit den Kindern gab. Die guten Tanten waren aber auch zehn Jahr älter geworden, das Schimmerlicht ihres vergnüglichen Lebens, ihrer Geſelligkeit, ihrer äſthetiſchen und poetiſchen Genüſſe ſpielte ſtark in ein unglückliches Grau hinüber, ſie fühlten ſich oft einſam und verlaſſen, hatten ſo das rechte alte Jungfern⸗Unglück im Herzen, ohne Ausſicht auf Frie⸗ den, darum war ihnen die Nähe dieſes Friedens ſchon eine unbewußte Erquickung.*
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