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ner Feinde tragen, ſiel Kadden ein, ich will dadurch nicht in den Verdacht kommen, daß ich zu ihnen gehöre, wenn die Farben an und für ſich auch unſchuldig ſind.— Wie meinſt Du das? fragte Stottenheim.— Alles, was die Welt thut und treibt, ſind ihre Farben, und man kann gar nicht entſchieden genug dies Thun und Treiben verleugnen. Wer in der Schrift aufrichtig forſcht, wird ſich davon überzeugen, er kann der Wahrheit nicht widerſtehen. Da heißt es:„Wer da ſagt: Ich kenne ihn, und hält ſeine Gebote nicht, der iſt ein Lügner.“
Kadden ſchwieg, und der Großvater fügte hinzu:„Und wer da ſagt, daß er in Ihm bleibet, der ſoll auch wandeln, wie Er gewandelt hat: Denn es iſt in keinem anderen Heil, iſt auch kein anderer Name den Menſchen gegeben, darinnen wir ſollen ſelig werden. Jeſus Chriſtus geſtern und heute und derſelbe auch in Ewigkeit. Das Wort vom Kreuz iſt eine Thorheit denen, die verloren werden, uns aber, die wir ſelig werden, iſt es eine Gotteskraft.“
Lieber Kadden, Sie ſind ja ein trefflicher Theologe geworden, nahm Schlöſſer jetzt das Wort.— Ich habe in dieſem Winter Zeit genug zum Studieren gehabt, ent⸗ gegnete Kadden.— Ja, verſicherte Stottenheim, Kadden iſt ein wahrer Schriftforſcher geweſen.— Und Stottenheim hat mit profitiren müſſen, ſcherzte Kadden.— Ja, wahr⸗ haftig, ich war oft ſein geduldiges Publikum, denn Einreden läßt er ſich nicht gefallen, er iſt wie in allen Dingen, die er anfaßt, ein Hitzkopf.— Jetzt werden wir beide auch


