Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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In Friede ſollſt du vor dem Vater ſchweben: Die Sorg und Laſt wirf nur getroſt und kühn Allein auf ihn.

Cäzilie hatte ſich zur Großmama geſetzt, dieſe hatte freundlich ihre Hand genommen, ſie fühlte dem jungen Mädchen eine ſtille Sympathie an und war liebreich ge⸗ nug, das anzuerkennen. Eliſabeth ſaß auf einer Fußbank, ihrem Lieblingsplatz, vor der Großmama, aber auch Emi⸗ lien und ihrer Mutter ganz nahe. Sie hatte bis jetzt den Kopf nach den Herren gewandt und dem Geſpräche dort zugehört. Jetzt wandte ſie ſich zur Großmama und ſagte: Großmama, wir beide haben doch die allerbeſten Männer von der Welt, Du weißt aber, ich habe immer geſagt, mein Mann müßte einmal wenigſtens ſo ſein, wie der Großpapa. Die Großmama nickte; Eliſabeth aber, obgleich ſie ſich vorgenommen, gegen Emilien vorſichtig zu ſein, konnte ſich nicht zurückhalten. Liebe Emilie, ſagte ſie warm, nicht wahr, Du mußt Dich über meinen Mann freuen? Du glaubſt aber auch nicht, wie glücklich ich bin, und ich weiß es jetzt ſo gewiß, das Leben wird im⸗ mer, immer ſchöner. Emilie nickte freundlich und die Großmama wiederholte: Ja, mit dem Herrn Chriſtus wird das Leben immer, immer ſchöner.

Emilie war aufgeſtanden, ſie war ſehr heiß. Sie war an das Fenſter getreten und ſchaute nach dem hellen Sternenhimmel. Sie hörte eine Stimme in ihrem Herzen: Es haben Dir die Hoffärtigen noch nie gefallen, aber allezeit hat Dir gefallen der Elenden und Demüthigen