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Ihr achtet den Mann, meine lieben Freunde, dann ſolltet Ihr aber ſeine Predigten nicht immer tadeln.— Wir können ſie aber nicht immer loben, wenn wir nicht damit einverſtanden ſind, entgegnete wieder der ältere Offizier, der eben ſo brav und achtbar war, als Kadden, ehe er ſich verlobte, auch mit demſelben Glück und Frieden in der Seele, mit denſelben Anſichten vom Himmel und gu⸗ ten Gewiſſen und derſelben unbefriedigten Gegenwart, der hoffnungsvollen Zukunft und dem grauen Richts dahinter. — Warum ſeid ihr aber nicht einverſtanden? ſchalt Stot⸗ tenheim. Weil Ihr hochmüthig ſeid und nichts von der Gnade wiſſen wollt, die er predigt.— Es kömmt mir auch ziemlich ſchwächlich vor, ſo viel von Gnade zu reden, ſtatt männlich und muthig ſelbſt zu ſtreben und ſich in Tha⸗ ten zu bewähren, entgegnete der Offizier etwas wegwerfend. — Stottenheim wollte ihm etwas entgegnen, aber er ver⸗ wirrte ſich. Da der Großpapa und Schlöſſer noch ſchwie⸗ gen, nahm Kadden unwillkürlich das Wort.
Nun, Du muthiger Mann, ſagte er ſcherzend, hältſt Du es denn unter Deiner Würde, vor der Mäjeſtät unſeres Königs Dich demuthsvoll zu beugen, auch ihn demüthigſt, wenn es Dir gerade Noth thun ſollte, um eine Gnade zu bitten, und dabei doch als ein muthiger, ſtolzer Streiter in ſeinem Dienſt zu ſtehen und gegen ſeine Feinde zu kämpfen? — Nein, vas halte ich allerdings nicht unter meiner Würde! war des Kameraden Antwort.— Gut, ſagte Kadden, was iſt aber die irdiſche Majeſtat gegen die himmliſche Majeſtät?


