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Emilie ſchwieg zu dieſen Berichten, Stottenheims Rede⸗ weiſe war ihr unerträglich, Schlöſſer aber und Eliſe for⸗ derten durch freundliche Fragen und Entgegnungen den Er⸗ zähler zur Fortſetzung auf. Stottenheim erzählte mit Rüh⸗ rung und Begeiſterung Scenen aus der Krankenſtube, die eigentlich keine Feder beſchreiben konnte. Eliſe, die immer noch nicht recht den Nachrichten ihrer guten Eltern hatte trauen wollen, hörte mit ſtiller Freude, ja, Emilie mußte es ſehen, wie ihre Blicke voll ſtiller Bewunderung auf der geliebten Tochter, auf dem Kind ihrer Sorgen ruhten, und Emilie konnte ihr unruhiges Herz nicht mehr zur Ruhe bringen. Ja, der Herr ſchien doch die Gebete eines ſchwachen und ſchwankenden Mutterherzens nicht verworfen zu haben, er hatte Barmherzigkeit geübt, anſtatt Gerechtig⸗ keit, er hatte die Mutter am Unglück der Tochter mit ſtark werden laſſen; denn was Eliſe in den letzten Jahren ge⸗ litten, war auch mit keiner Feder zu beſchreiben,— und Emilie war ihr vielleicht eine recht nützliche Tröſterin ge⸗ weſen, aber keine mitleidige und liebevolle.
Ueber Eliſabeth mußte jetzt die Mutter voll Freude ſein, da war kein Grund zu Sorge mehr; jetzt hatte ſie nur noch den Schwiegerſohn mit Spannung zu beobachten. Emilie beſtärkte ſie darin. Durch einzelne zugeflüſterte Worte machten ſie ſich gegenſeitig aufmerkſam. Jetzt wollte er alſo lebensluſtig werden, und wie vertraulich und luſtig war er mit ſeinen Kameraden. Wenn das weltliche Trei⸗ ben wieder anfängt, iſt der Segen der Krankheit preisge⸗


