47. Ein Streiter Chriſti.
Indeſſen war es dunkel geworden, Cäzilie war ge⸗ kommen, dann auch die übrigen Gäſte. Die Zimmer waren feſtlich erleuchtet, der Theekeſſel muſizirte, und die Geſellſchaft war in der beſten Stimmung. Die Großeltern hatten ſich entſchloſſen, den Abend hier zu bleiben und im Mondenſchein nach Hauſe zu fahren. Während die Groß⸗ mama mit den Damen den Hauptplatz im Zimmer ein⸗ nahm, ſaßen die Herren auf einem kleineren Eckſofa, nur Schlöſſer und Stottenheim nicht. Stottenheim mußte irgend ein ſchönes, vertrauliches Geſpräch mit den Damen führen, in welcher Art das mit dieſen Damen ſein mußte, ſagte ihm ſein glücklicher Tact, und es war durchaus nicht Heu⸗ chelei, daß er jetzt ſehr innerlich und ernſt redete. Er mußte aber flüſtern,— Eliſabeth ſollte es nicht hören, und zwar war ihm das Flüſtern ein beſonderes Vergnügen.— Eli⸗ ſabeth ſaß nur wenige Schritte von ihm, ſie braute Thee, und Cäzilie half ihr die Gäſte verſorgen.
Was ich hier in dieſem Zimmer erlebt habe, ver⸗ ſicherte Stottenheim, werde ich nie dergeſſen, es hat mich, ich kann es wahrhaftig verſichern, zu einem anderen Men⸗ ſchen gemacht. Ihre Frau Tochter, wandte er ſich zu Eli⸗ ſen, iſt eine verehrungswürdige Frau, ja, wirklich eine verehrungswürdige Frau, obgleich ſie noch ſo jung iſt.—


