Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ten, wo Roheit und Tyrannei den Seepter führen: das war ungefähr das Reſultat ihrer Gerechtigkeit, und Paula bat nur um Faſſung für den Abſchied.

Als beide, nachdem ſie ſo lange als möglich im eige⸗ nen Zimmer geblieben, wieder im Wohnzimmer erſchienen, wurden ſie von Eliſabeth recht herzlich empfangen, und die Unterhaltung ſchleppte ſich leidlich hin, bis Herr von Kad⸗ den erſchien. Es war ein unerträglich heißer Tag, er warf ſich in die Sofaecke, legte zuweilen die Hand an die Schläfe, ein Zeichen, daß er Kopfweh hatte. Es war ihm eine große Ueberwindung, hier bei den wortkargen Damen zu ſitzen, er blieb, um ein höflicher Wirth zu ſein, aber war eben ſo wortkarg als ſie, ſo daß Eliſabeth, die von dem fatalen Morgen ebenfalls angegriffen war und recht auf ſeine Unterhaltung jetzt gerechnet hatte, ſich über ihn ärgerte. Hätten ſie nicht alle vier ſelbſt mitgeſpielt, hät⸗ ten ſie dies Zuſammenſein recht komiſch finden müſſen; ſie fanden es aber alle höchſt unangenehm, und es war ein rechtes Glück, daß Stottenheim erſchien. Er hatte von dem Freunde erſt jetzt die überraſchende Nachricht von der Abreiſe der Damen gehört, er mußte ſich ihnen empfehlen. Beide Tanten erkannten dieſe Aufmerkſamkeit mit Rührung an, Wina wurde ſehr geſprächig und zwar nicht ganz ohne einige Seitenhiebe und Blitze auf die beiden Verbrecher, die neben ihr ſaßen.

Du biſt wohl etwas übeler Laune heute? wandte ſich

Stottenheim nach einiger Zeit zu ſeinem Freunde. Ich Elſabeth. I.. 3