Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Am Abend, ehe Kühnemans erwartet wurden, theilte Wina ihrer Nichte mit großer Ruhe ihren Entſchluß mit. Wir ſind einmal hier, ſagte ſie, wer weiß, wann wir die Reiſe wieder machen. Deine Mutter wird ſie oft genug machen, ſie wird uns den Aufenthalt hier gern gönnen. Es wird auch ziemlich gleich ſein, ob ſie hier oder in Woltheim logirt, wir wollen ja täglich zuſammenkommen. Der Vater aber, glaube ich, wünſcht es auch, entgeg⸗ nete Eliſabeth verlegen. Dein Vater wird nicht ſo rückſichtslos ſein, uns hier verdrängen zu wollen, ſagte Wina belehrend. Eliſabeth ſagte den Tanten mit ei⸗ nigen höflichen und verlegenen Redensarten gute Nacht, ſie war in dem Augenblick zu ſehr überraſcht, um Einwen⸗ dungen machen zu können.

Sie ging gleich zu ihrem Mann, um ihm dieſe neue Verlegenheit mitzutheilen. Dieſer wollte erſt ärgerlich wer⸗ den, als er aber Eliſabeth ſelbſt ſo bedrückt und nachdenklich vor ſich ſah, beſann er ſich ſchnell. Wir wollen doch ſehen, ob ich Herr im eigenen Hauſe bin, ſagte er ſcherzend, ich verſichere Dich, liebes Lieschen, ich ſchaffe ſie Dir fort. D, was könnteſt Du in der Art wohl nicht ausführen, entgegnete Eliſabeth mit freundlichem Vorwurf; aber be⸗ denke, Tante Wina! O nein, ich will ganz höflich ſein, verſicherte er, ich will eine Geſandtſchaft an ſie abſchicken und zwar die liebenswürdigſte von der Welt. Du gehſt hin und ſagſt: Ich ſoll einen ſchönen Gruß beſtellen von meinem lieben Mann, und Sie möchten doch ſo gütig ſein