Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Herr vou Kadden hatte Eliſabeth ſelbſt vorgeſchlagen, in dieſer Zeit geſellig zu ſein, um die Tanten nicht immer ſelbſt unterhalten zu müſſen. Eliſabeth ging mit ihnen zu Bonſaks und noch einigen verheiratheten Offizier⸗Da⸗ men. Es wurden Vergnüglichkeiten verabredet und die Tanten kamen in ſehr guter Laune zurück und verſicherten lebhaft, Braunhauſen ſei ein allerliebſter Ort.

Eliſabeth war durch dieſe Viſiten ſelbſt zerſtreut, die kleine bedenkliche Scene von geſtern erſchien ihr heute in einem anderen Lichte, und als ihr Mann heute eben ſo gut ſcherzen konnte als geſtern, ſo wurde es ihr heute auch leichter, und die Sache ſollte nun wirklich vergeſſen ſein. Der Verſuch war alſo geglückt. Man muß nicht zu zart⸗ fühlend ſein, tröſtete ſich Eliſabeth, und ſich das Leben nicht unnöthig ſchwer machen. Es bedurfte auch nur noch am folgenden Tage einer Landpartie mit Bonſaks, Stottenheim und andern Bekannten, und Eliſabeths fröhlicher Sinn hatte alles überwunden, ja auch endlich jede Spur von Abſicht im Benehmen ihres Mannes: er war ja ebenſo froh, die kleine Laſt vom Herzen los zu ſein.

Dieſer erſten Partie folgten noch andere, die vierzehn Tage waren ſchnell vergangen, und Wina inſtruirte die Schweſtet, wie man ſich zu verhalten habe, um die Abreiſe hinaus zu ſchieben. Sie war feſt entſchloſſen ſich hier länger zu amüſiren. Mein Herz iſt wieder ganz ruhig, verſicherte ſie, ich ſehe, in welchem liebenswürdigen Kreiſe un⸗ ſere jungen Leute leben. Kadden iſt darin doch wenigſtens