Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Die beiden Tanten ſtanden am offnen Fenſter ihres Stübchens, das nach dem Hofe gelegen, jetzt keine Sonne hatte, ſie lüfteten ihre Hauben, um ſich nach der heißen Fahrt etwas zu verpuſten, und theilten ſich flüſternd ihr Entzücken mit über dieſen poetiſchen Aufenthalt. Wir wol⸗ len uns auch das Glück hier nicht verkürzen laſſen, ſchärfte Wina der Schweſter ein: wenn von unſerer Abreiſe in vierzehn Tagen die Rede iſt, ſchweigen wir, das wird ſich finden. Ich weiß recht wohl, daß die Großeltern und Eliſe, ja die ganze Sippſchaft uns nicht gern hier ſieht; armen unverheiratheten Mädchen das Leben lieblich zu machen, fällt ihrer chriſtlichen Liebe nicht ein. Man muß ſich wirklich eine etwas dickere Haut angewöhnen und ſich nicht immer gleich aus dem Wege räumen laſſen. Wie ge⸗ ſagt, wir laſſen es darauf ankommen, wir bleiben wenigſtens ſechs Wochen hier. Meinſt Du? fragte Paula bedenklich. Ja, ich meine. Ich weiß, Eliſabeth hat uns gern hier, ſie iſt ein gutes dankbares Kind. Aber ihr Mann? unterbrach ſie Paula beſorgt. Ihr Mann wird nicht gefragt, mein Kind, fuhr Wina fort, glaube doch nicht, was Eliſabeth von ihm ſpricht, ſie glaubt es ſelbſt nicht, ich ſah noch nie einen zarteren, fein gebildeteren jungen Mann, deſſen Wünſche ſo ganz in den Wünſchen ſeiner jungen Frau aufgehen.

Eliſabeths fröhliche, fingende Stimme ließ ſich jetzt hören, die Schweſtern brachen das Geſpräch ab und öffneten der holden Richte ſelbſt die Thür. Es erfolgte eben wieder