20
Die Tanten waren zu plötzlich in einen andern Ideen⸗ treis hineingeführt: ihr Romanheld ſollte ein gewöhnlicher Mann, wie alle Männer ſein, und Eliſabeth eine ſehr ver⸗ ſtändige junge Frau! Wina faßte ſich zuerſt und ſagte,— immer noch etwas überraſcht: Du ſprichſt ſehr vernünſtig, liebe Eliſabeth, natürlich darf es Dich nicht ſtören, wenn Dein Mann auch zuweilen in ſeinen Geſchäften vertieft iſt, das giebt hm erſt die männliche Würde.— Ja, fuhr Eliſabeth eiftig fort, ich würde nie verlangen, daß mein Mann nur für mich lebt, es wäre ja zu albern, ich kann
ſehr beläſtigen, wenn er keinen Beruf hätte und mir ſeine ganze Zeit widmen wollte.— Eliſabeth, übertreibe es nicht, nahm Wina mahnend das Wort, erfreue Dich lieber des Glückes Deiner Jugend.— Ich wollte Euch nur vorbe⸗ reiten, Ihr ſollt Euch nicht wundern, entgegnete Eliſabeth, wenn Ihr unſer Leben anders findet, als Ihr gehofft habt. Herr von Kadden forderte die Damen jetzt zum Ein⸗ ſteigen auf, das Geſpräch hatte ein Ende. Paula blieb darüber etwas verwundert in ihren Gedanken, aber Wina machte ſich die Sache klar: Eliſabeth war von einem unbe⸗
ſie Weiß zu Schwarʒ disputiren konnte; alſo war es ihr e
Erſcheinung zu ſchaffen. nicht, ſie wollte mit ihren Augen ſelbſt ſehen und dabei au
die verzogene Richte einen höchſt wohlthãtigen Einfluß iben
mich ebenſo gut allein beſchäftigen als er, ja, es würde mich
grenzten Widerſpruchgeiſt beſeelt, dabei ſo gewandt, daß
Kleines aus dieſem engelgleichen Mann eine ſehr gewöhnliche Sie beunruhigte ſich darüber


