Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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wundervolle, ungeſtörte Liebe zwiſchen zwei Leuten, die beide unſelbſtändig und lebhaft und unüberlegt waren, die mindeſtens das Leben ſehr harmlos nahmen, wenn man ſie nicht geradezu des Leichſinnes beſchuldigen wollte, dieſe Liebe mußte ein Ende nehmen mit Schrecken. Als Schlöſ⸗ ſer wieder ungläubig ſchwieg zu dieſen Befürchtungen, ſagte ſie faſt feierlich: Lieber Wilhelm, wir wollen ſehen, wer recht hat. Ich will jetzt gern ſchweigen und freundlich theilnehmen an beider Glück, aber ich bleibe dabei, es iſt ein Unglück für Eliſabeth, daß ſie keinen Mann bekommen hat, der ſie erziehen konnte. Ebenſo halte ich es auch für ihn für ein Unglück, fuhr ſie fort, daß er keine an⸗ dere Wahl getroffen. Wenn er eine oberflächliche Weltfrau nahm, die ohne Bedenken mit ihm in der Welt lebte, mit ihm ſich dort zerſtreuen konnte, nachdem ſie ſich beide zu Hauſe das Leben ſchwer gemacht, ſo war jedenfalls beſſer für ihn geſorgt. Meinſt Du wirklich, daß ſo beſſer für ihn geſorgt wäre? fragte Schlöſſer ernſthaft. Nicht gerade beſſer für ihn geſorgt, entgegnete Emilie leiſe errö⸗ thend, es würde ihm dann nur eben ſo gehen, wie es hunderten von Männern mit ſeinen Anſichten geht; ſie zan⸗ ken ſich einmal mit ihren Frauen und vertragen ſich, ſu⸗ chen ihr Vergnügen in der Welt gar nicht auf eine ſchlimme Weiſe, ganz gemüthlich, ſie führen eine Ehe, wie ſie eben ihre Freunde auch führen, und ſind in ihrer Art beftiedigt, weil ſie nichts beſſeres erwartet haben. MWöchteſt Du ihm das wirklich wünſchen? fragte Schlöſſer