20. Die allerlei lieben Verwandten.
Mite Juſt war Emiliens Hochzeit, Schlöſſer hatte wirklich die gewünſchte Stelle bekommen, die Freude war groß darüber. Eliſabeth und ihr Mann machten bei die⸗ ſer Gelegenheit den erſten Beſuch im elterlichen Hauſe. Es war dies ein wunderſchönes Vergnügen für Eliſabeth, ſie war auch noch ganz dieſelbe, vergnügt und fröhlich mit den jüngeren Geſchwiſtern, beſtimmt und voreilig gegen die Tanten Wina und Paula, ja ſelbſt gegen ihre Mama.
Eliſabeth iſt nur noch ſicherer und übermüthiger ge⸗ worden, klagte Emilie. Sie ſprach es aber nur gegen ihren Bräutigam aus und war ſonſt ungewöhnlich liebreich und freundlich gegen die ganze Familie, ſo daß Herr von Kadden ſelbſt Hoffnung faßte, Freund Schlöſſer könnte doch noch glücklich werden. Ebenſo ſtieg Kadden in Emi⸗ liens Achtung; als Eliſabeth einmal mit großem Eifer ihrer Mutter in Wirthſchaftsſachen widerſprechen wollte, legte er freudig mahnend die Hand auf ihre Schulter und ſagte: Das Küchlein will doch nicht klüger ſein als die Mama? Er war doch alſo nicht ganz und gar blind ge⸗ gen ihre Fehler, und es war Hoffnung vorhanden, daß er immer nüchterner und klarer Eliſabeth beurtheilen würde.
Trotz dieſer kleinen Anmerkung blieb ſie aber dabei, das Glück der Beiden könne von keiner Dauer ſein, die
— —
—


