ſicherte heftig, er würde nie wieder mit ihr reiten. Schwei⸗ gend ritten ſie nach Hauſe.
Als er ihr beim Abſteigen behülflich war, ſah er ſie ſchon wieder freundlich an; aber ſo ſchnell konnte ſie ſich nicht beſinnen, ſie eilte auf ihr Zimmer, um ſich umzuklei⸗ den und ſich die Sache zu überlegen. So ungezogen war er noch nie geweſen, und jetzt freundlich zu ihm zu ſein, war eigentlich eine Unmöglichkeit; nein, ſie mußte ja gar
kein Gefühl haben, wenn ſie das nicht verletzen ſollte. Das natürlichſte war, ſie folgte ihrer Stimmung und that ſich keine Gewalt an: er hatte Unrecht, die Sache war klar, er konnte ſich nicht wundern. Sehr wohl war es ihr zwar dabei nicht, ſie dachte an die Großmama, es wäre vielleicht jetzt Zeit für ſie geweſen, ein Vaterunſer zu beten, um den Aerger los zu werden; aber genau betrachtet, war dieſe Kleinigkeit gar kein Vaterunſer werth, ſie konnte es recht gut einmal ſo verſuchen. Freilich war ihr auch ein⸗ mal geſagt, man müſſe ſehr zart und vorſichtig mit der Liebe ſein und auch in den größten Kleinigkeiten nicht al⸗ bern mit ihr ſpielen. Spielen wollte ſie auch nicht, ſie war ernſtlich böſe und mit Recht. Dennoch nachgeben und demüthig ſein, war zu viel verlangt, paßte recht gut für die Großmama und die alten Zeiten, aber vertrug ſich nicht mit der jetzigen freieren und ſelbſtdenkenden Erziehung der Töchter. Viel Zeit zu dieſen geſcheiten Gedanken blieb ihr aber nicht, ihr Mann klopfte ſchon ungeduldig an die Thür, ſie mußte ſich eilen fertig zu ſein; ſie entſchied


