ritte. Sie hatte es im vergangenen Sommer ſchon öfters im Garten der Großeltern verſucht, das ſchöne dunkelbraune Pferd war völlig zugeritten, und als ſie zum erſtenmal im ſchwarzen Reitgewande in Woltheim erſchien, war Haus und Hof und die Oberförſterei in Bewegung. Friedrich, der die liebe junge gnädige Frau in Empfang nahm, ver⸗ ſicherte, ſie ſähe eben ſo ſchmuck aus, als ſeine gnädige Frau zu ihrer Zeit, das Ding wäre aber auch ſo weit ge⸗ ſcheiter als mit dem Yyſilanti.
Eliſabeth ritt nun öfter. Daß ſie nicht recht zuver⸗ ſichtlich und muthig auf dem Pferde war, wunderte ſie ſich ſelbſt; noch mehr aber wunderte ſich ihr Mann, er mußte ihr Pferd immer am Nebenzügel führen. Als er ſie dar⸗ über neckte und ihr Adolfinen, die wirklich eine kühne Rei⸗ terin war, zum Muſter ſtollte, geſtand ſie ihm, wie ſeltſam es ſei, daß ſie nie ohne Herzklopfen das Pferd beſtiege und ſich während des Reitens immer in einer leichten Auf⸗ regung befände. Alſo nur ein Vergnügen in der Fantaſie? ſagte er bedauernd. Er verſicherte aber, ſie müſſe die Auf⸗ regung überwinden lernen, ſie ſei auf dem Pferde ſo ſicher als auf ebener Erde, wenn ſie ruhig die Zügel feſthalte; das Pferd ſei ſo ſanft und verſtändig und würde nichts ohne ihren Willen thun. Sie ſollte gleich einmal ver⸗ ſuchen, ohne Nebenzügel zu reiten, er wollte ſie überzeugen, daß es auch ſo ginge, es ſollte ihr Muth machen. Eliſa⸗ beth wollte nicht, er bat, er verlangte nur einen kleinen Verſuch, aber vergebens. Er wurde endlich böſe und ver⸗


