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um zwei oder drei fertig; aber jetzt paßt es faſt auf die Minute.
Es gelang ihr auch, die ungewünſchten Eingriffe in ihre Hausfrauenkunſt abzuhalten, aber ſchwieriger war es, die Gefälligkeiten der Töchter zurüͤckzuweiſen. Dieſe fanden den jungen Haushalt zu intereſſant und hätten gar zu gern Hausfreundinnen geſpielt, beſonders trieb es Adolfine mit ihrer naiven Zudringlichkeit weit genug. Eliſabeth würde ſich vielleicht in einer gewiſſen kleinen Eitelkeit mehr haben hinreißen laſſen, als ihr ſelbſt nachher recht ward, ſie liebte es doch, ſich etwas verwöhnen und auf den Hän⸗ den tragen zu laſſen; aber ihr Herr und Gemahl war gar nicht einverſtanden damit und ſprach ſeine Wünſche ziemlich unumwunden aus. Adolfine ſagte ihm dagegen offen: er ſei ein Tyrann, und wenn er ſeiner jungen Frau keinen angemeſſenen Umgang erlauben wolle, würde ſie ſich bald genug langweilen. Er verſicherte darauf ſcherzend, er wünſche für ſeine Frau einen ſolideren Umgang, als ſo übermüthige junge Damen, und müſſe darum Proteſt ein⸗ legen gegen dieſe projectirten Kränzchen und mußikaliſchen Unterhaltungen. Der Verkehr wurde für jetzt alſo, wo die Geſelligkeit ruhte, faſt nur auf Morgenviſiten beſchränkt, und Eliſabeth ſah es wohl ein, daß es ſo am beſten ſei.
Der Frühling brachte immer ſchönere Tage und im⸗ mer ſchönere Spatziergänge, und da Herr von Kadden lie⸗ ber zu Pferde als zu Fuß Ausflüge machte, wurde zu Eli⸗ ſabeths höchſtem Vergnügen beſchloſſen, daß ſie mit ihm


