Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſeder hat ſeine eigene Weiſe, wir haben unſere Weiſe, und es wird ſich mit der Zeit Alles ſo geſtalten, wie es uns Noth thut.

Der Umgang mit Herrn von Kaddens früheren Be⸗ kannten wurde ſehr vorſichtig angefangen. Es fiel auch weiter nicht auf, weil der ſchöne Frühling jede Geſelligkeit unnöthig machte. Nur die Familie des Obriſten, die Mutter ſammt den Töchtern ließen ſich nicht ſo abfinden, ſie hatten einmal das Protectvramt über Eliſabeth übernom⸗ men und waren in kleinen Gefälligkeiten und Rathſchlägen unerſchöpflich. Eliſabeth wehrte ſich zwar, beſonders gegen die Eingriffe der Frau von Bonſak in ihren Haushalt, ſie ſprach es offen aus, ſie habe gehört, junge Frauen ließen ſich nicht gern von älteren Damen zu ſehr leiten, weil es weit mehr Verznügen mache, Alles ſelbſt auszuproben. Wenn man nicht auf den Kopf gefallen iſt, verſicherte ſie eines Tages zuverſichtlich, ſo iſt Wirthſchaften auch gar keine Kunſt, auch das Kochen nicht, man koſtet eben, bis es gut ſchmeckt. Und muß vorſichtig mit dem Salzen ſein, fügte der Obriſt hinzu. Natürlich, ſagte Eliſabeth ſachverſtändig. Die einzige Schwierigkeit, fuhr ſie fort, war eigentlich nur die: ich wußte nie, wie viel Zeit dazu gehörte, bis das Eſſen gar war. In den erſten acht Tagen war das Rittagbrod, aus Furcht, wir möchten uns verſpäten, jeden Morgen um zehn Uhr fertig; in der folgenden Woche, weil es wirklich fatal war, das Eſſen drei Stunden warm zu halten, wurden wir erſt