Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Sie war jetzt liebenswürdig nach allen Seiten. Die Großmama wurde von ihr hin und wieder umarmt mit großer Innigkeit, dem Großpapa küßte ſie die Hand, der Mutter ſetzte ſie ſehr ernſthaft auseinander, wie ſie ihre Wirthſchaftsbücher führen wolle und kaum erwarten könne, ihr neues Mädchen anzulernen, aber ganz nach ihrer Weiſe zu kochen, nicht nach Tante Julchens Art. Das Mädchen war nämlich ein älteres, ſchon von der Tante an⸗ gelerntes. Der Tante Julchen machte ſie indeſſen doch Freundſchaftsverſicherungen, dankte herzlich für alle Mühe, die ſie von ihrer Hochzeit hatte, und verſicherte auftichtig, ſie würde ſich nie mehr mit ihr zanken, ſondern ſehr gute Nachbarſchaft halten. Sie freute ſich beſonders auf ſchöne muſikaliſche Abende in der Oberförſterei, ſie konnte recht gut zu Fuße von Braunhauſen nach Woltheim gehen und der Onkel Oberförſter hatte ihr ſchon verſprochen, ſie im Winter, beſonders des Abends, fahren zu laſſen.

Onkel Karl aber knüpfte an Eliſabeths Verheirathung beſondere Spekulationen. Sie ſollte ihm bei den Damen ihrer Bekanntſchaft feſte Butter⸗, Milch⸗ und Eier⸗Kunden ver⸗ ſchaffen, damit er nicht immer genöthigt ſei, ſich auf die Ehrlichkeit der Botin zu verlaſſen. Er hatte Charlotichen begreiflich gemacht: wöchentlich an 60 Pfund Butter einen Silberſechſer profitirt, macht jede Woche einen Thaler, das Jahr aber 52 Thaler. Dies Geld ſollte unter der Geſtalt von Schinken, Schlacken, Kartoffeln, Kohl und Rüben wie⸗ der in Eliſabeths Wirthſchaft wandeln, ſo blieb es in der

Gliſabeth. 1.