Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ihm ausgebreitet lag. Für Dich iſt das Lied auch, liebe Eliſabeth, ſagte er zur Braut. Ich kann es aber aus⸗ wendig, entgegnete ſie leiſe. Den letzten Vers laſen ſie noch einmal zuſammen: So mach' ich denn zu dieſer Stund',

Sammt meinem Hauſe dieſen Bund:

Wich alles Volk auch von ihm fern

Ich und mein Haus ſtehn bei dem Herrn.

Eliſabeth hatte bei dem Leſen keine beſtimmten Ge⸗

danken, noch weniger Vorſätze, es verſtand ſich auch bei ihr Alles von ſelbſt, nichts erſchien ihr heute natürlicher und leichter als fromm ſein, liebenswürdig und glücklich ſein.

Mit dieſer Stimmung ſtand das Brautpaar dem lie⸗ ben Schlöſſer gegenüber, ſie hörten beide, daß ſeine Rede ernſt und ganz nach der alten Mode war, und waren auch damit einverſtanden. Nach der Trauung wußten ſie aber kaum viel davon, beſonders Eliſabeth. Das wunder⸗ bare und ergreifende des ganzen Actes hatte ſie zu ſehr hingenommen. Vom Einſteigen in den Wagen an dann die neugierige Menge des kleinen Städtchens und die feierliche geputzte Verwandtſchaft, der Mann ihr zur Seite alles, alles kam ihr wie ein Traum vor. Selbſt bei dem feierlichen Mittagseſſen konnte ſie ſich noch nicht recht faſſen, erſt als nach Tiſche die Geſellſchaft ſich in die verſchiedenen Zimmer, in den Gartenſaal und vor dem Saal in den ſchönen warmen Sonnenſchein zerſtreute, da kam ſie zu ſich ſelbſt.