Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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18. Die Hochzeit.

Es war an einem wunderlieblichen Tage, vierzehn Tage nach Oſtern, der Himmel war blau und lau die Luft, die Lerchen ſangen und die Veilchen blühten, die Kinder lärmten vor den Thüren und die Sperlinge unter den Fenſtern, die Tauben trippelten lebhaft auf den Dä⸗ chern hin und her, oder flogen mit den ſilbernen Fittigen im goldnen Sonnenſchein, da war es im alten grauen Hauſe von Woltheim wieder feſtlich und lebhaft. Eliſa⸗ beths Hochzeit wurde gefeiert. Der beſchränkte Stadthaus⸗ halt in Berlin hätte eine große Familien⸗Verſammlung nicht zugelaſſen, darum war der Großeltern und Oberför⸗ ſters Vorſchlag, die Hochzeit in Woltheim zu feiern, gern angenommen, und da glücklicher Weiſe weder in Geheim⸗ raths noch in Oberförſters Kinderſtube Maſern oder Stick⸗ huſten oder Schnupfenfieber, ſondern Alles ſehr wohl auf war, ſo war die Hochzeit ein Feſt für Große und Kleine. Am Polterabend hatte es natürlich auch nicht an künſt⸗ lichen Vorſtellungen gefehlt, Eliſabeth konnte zwar zu der Kinder Mißvergnügen nicht dabei mitwirken, dagegen wa⸗ ren Frau von Warmholz, die mit ihrem Brautpaar ſich ſo gern zu dieſem Feſte laden ließ, und beſonders Tante Wina und die Frau Oberförſterin erfinderiſch geweſen, die Verſe floſſen nur von den Lippen der Jugend, rührend