Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ruhig, er wußte, daß ſie nur gereizt war, und dachte jetzt nicht ſchlimmer als vorher von ihr. Er reichte ihr die Hand zur Verſöhnung, und ſie bezwang ebenſo ſchnell ihre Aufregung und verſuchte zu lächeln. Frau von Warmholz, um eine verlegene Pauſe zu vermeiden, ſagte ſchnell: Jetzt habe ich es verſtandon, nur für die zu Eifrigen iſt eine Gefahr in dieſer Thätigkeit, alſo für mein Klärchen und mich durchaus nicht, wir dürfen ruhig weiter arbeiten. Bis Klärchens zukünftiger Gemahl, ſollte er auch zu dieſer Männer⸗Verſchwörung gehören, Proteſt einlegt! ſcherzte der General. Klärchen ſah auf ihre Arbeit, um ihre Verlegenheit zu verbergen, und Eliſe übernahm gefällig für ſie eine ſcherzende Antwort.

Der junge Reifenhagen mit ſeinen hübſchen Augen und etwas leidenden Zügen hatte ſeine Blicke nachdenklich auf Klärchen gerichtet, es war dem kleinen Kreiſe längſt kein Zweifel mehr, daß das arme Klärchen trotz ihres wider⸗ ſtrebenden Verſtandes einem leberkranken Mann ihr Herz geſchenkt, und die Ruhe ihres ſanften Gemüthes die Ge⸗ reiztheit und die Launen eines geliebten, liebenswürdigen Gegenſtandes ausgleichen ſollte.

Das Leſen nahm jetzt ſeinen Anfang und die Unter⸗

haltung damit eine andere Richtung. Emilie hatte bald mit großer Tapferkeit ihre Aufregung überwunden und ſprach über das Geleſene mit ihrer gewöhnlichen Ruhe und Umſicht, bis die Gäſte und auch der Vater das Zimmer verlaſſen hatten und ſie mit Schlöſſer und der Mutter allein war.