Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Es iſt wohl gut, wir kommen noch einmal auf unſer Ge⸗ ſpräch von heut Abend zurück, ſagte Schlöſſer jetzt freundlich. Die Mutter zeigte ſich ſehr einverſtanden damit, und man ſah es Emiliens Zügen an, daß ſie ſich zu einem Kampfe rüſte. Schlöſſers ſcharfer Blick hatte ſie ſogleich durchſchaut. Nicht ſo, liebe Emilie! ſagte er, ich habe durchaus nicht Abſichten mit Dir zu ſtreiten, Du weißt, ich bin kein Freund davon. Aber Du wirſt erlauben, daß ich mich vertheidige, fiel ſie ſchnell ein. Auch das iſt nicht nöthig,

war ſeine Antwort, ich vertheidige Dich weit beſſer, als

Du es ſelbſt thuſt. Doch nicht immer, ſagte Emilie ſeufzend, heute haſt Du mich beſchuldigt, als ob ich bei Allem, was ich thue, nur meine Ehre und nicht des Herrn Ehre ſuche. Rein gewiß, verſicherte Schlöſſer ernſthaft, das thuſt Du nicht, und dennoch muß ich dabei bleiben, daß es Dir beſſer iſt, Du verſuchſt es einmal, ſtill und einfältig zu leben. Ich kann es Dir jetzt nicht beweiſen, Du wirſt den Segen ſolcher Stille und ſolches Verborgen⸗ ſeins ſelbſt erfahren müſſen. Ich habe auch nicht daran

gedacht, Dich in Deiner jetzigen Thätigkeit, die ſo vielen

Menſchen zum Segen iſt, zu ſtören; nur würde ich Dir einen neuen äußeren Lebensabſchnitt recht in ruhiger Samm⸗ lung anzufangen rathen. Was dann aus dieſem ſtillen, verborgenen Leben heraus ſich nach und nach geſtaltet, wird Dir Thätigkeit genug ſein. Liebe Emilie nahm die Mutter das Wort, ich würde Dir auch dann nicht rathen, an die Spitze von Vereinen und ähnlichen Dingen zu