Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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bei ſo armen Leuten ausſieht. Nein, Kind, Du kannſt meine Wege nicht thun, entgegnete Emilie lächelnd. Eliſabeth erröthete. Oder ich könnte mit Dir gehen, ſetzte ſie verlegen hinzu. Das ginge vieleict war Emi⸗ liens herablaſſende Antwort.

Liebe Emilie, begann Frau von Warmholz eifrig, es iſt gut, daß Du gekommen biſt; Du ſollſt mit mir unſere Vereine gegen dieſe Herren vertheidigen. Welche Herren? fragte Emilie verwundert. Dieſe jungen Herren, ſagte Frau von Warmholz und zeigte auf Schlöſſer und Reifen⸗ hagen, unſer Hauptfeind aber iſt Herr von Reifenhagen. Das bezweifle ich noch, warf Schlöſſer ein. Du wäreſt gegen unſere Vereine? wandte ſich Emilie ziemlich ſcharf zum Bräutigam. Nicht gegen die Vereine, erklärte Schlöſſer noch einmal, ich befürchte nur, daß einzelne Mit⸗ glieder dieſe Thätigkeit nicht vertragen können. Wie ſo? fragte Frau von Warmholz ungeduldig.

Wenn Sie in mich dringen, nahm Schlöſſer jetzt ernſthaft das Wort, ſo will ich meine Meinung darüber ſagen. Wenige Frauen⸗Gemüther können es vertragen, fortwährend nach außen hin gezogen und beſchäftigt oder gar der Rittelpunkt eines öffentlichen Wirkungskreiſes zu ſei, da ihr eigentlicher Beruf iſt, in der Demuth und Einfalt zu walten. Es iſt uns Männern ſchon unmög⸗ lich immer zu geben, ohne im Stillen zu ſammeln und zu nehmen; noch ſchwerer aber iſt es für Frauen. Unter die⸗

ſen ungewohnten Anforderungen, die fortwährend an ſie 20*