13 3 13
302
in Wendſtädt werde, der zweiten Eiſenbahnſtation von Ih⸗ nen, und daß ich mich herzlich freue, Sie und Eliſabeth dann öfters ſehen zu können.
Dieſe Ausſicht wurde von Beiden mit Theilnahme beſprochen. Wendſtädt war mit der Eiſenbahn in einer halben Stunde zu erreichen und lag am Wege nach Berlin, alſo oft genug mußte ſich Gelegenheit zu Beſuchen finden. Schlöſſer hoffte, wenn der Wunſch mit dieſer Stelle in Er⸗ füllung ging, dann auch im Sommer heirathen zu können.
Ich will dann auch gewiß beſſer lernen, mich mit Emilien zu vertragen, verſicherte Herr von Kadden ſcherzend, ich muß Sie um Verzeihung bitten, daß ich oft ſo un⸗ artig gegen Ihre Braut geweſen bin.— In Ihrer Stelle wäre ich es auch geweſen, entgegnete Schlöſſer ebenſo ſcher⸗ zend.— Ja, eben aber doch nur in meiner Stelle, ſagte Herr von Kadden mit einem leichten Seufzer.— Nun ja, der Herr weiß es, wie er die Herzen zuſammen führt, nahm Schlöſſer das Wort, es iſt gut, daß Eliſabeth nicht wie Emilie iſt.— Das gerade aber reizt mich an ihr, fuhr Herr von Kadden lebhaft auf, daß ſie Eliſabeth ſtets wie ein unbedeutendes Kind behandelt.— Emilie hat Unrecht, ſagte Schlöſſer ernſt, ſie wird ſich aber ſelbſt davon überzeugen müſſen.— Kadden war mit dieſem Ausſpruch zufrieden, und der Beſuch endete bald darauf zu beider Zufriedenheit.
Ende Januar, an einem ſchönen Wintertage ging der Geheimerath Kühneman wieder mit ſeiner Familie zu Generals zum Shakſpeare⸗Abend. Eliſabeth hatte heute einen Brief vom Bräutigam bekommen mit dem Auf⸗


