Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ihr oft Noth mache, gab ſie zu. Dagegen mußte ſie ihre aufopfernde Liebe nach allen Seiten hin loben daß ſie keine Mühe ſcheute, die liebſten Wünſche daran gäbe im Dienſte des Herrn, im Dienſte ſeiner Armen und Kinder und Kranken. Sie mußte auch ſchildern, wie Emilie die Schärfe und Härte ihres Sinnes erkenne, wie ſie die Ehrfurcht und Liebe gegen die Eltern nie verletze, ebenſo gegen den Bräu⸗ tigam ihre Fehler mit allem Ernſt bekämpfe.

Kadden hatte theilnehmend zugehört und ſchien auch geneigt, ſich überzeugen zu laſſen. Ich möchte mein Un⸗ recht gegen Emilien wohl einſehen, ſagte er, ich würde auch hereit ſein, ihr das zu ſagen, aber ich fürchte mich vor ihrer Charakterſtärke, wenn ſie trotz des Aergers, den ſie gegen mich hat, ſich gnädig herabließe mir zu verzeihen, anſtatt ganz offenherzig mit mir zu zanken. Eliſe tadelte dieſen neuen Angriff und verſicherte, ſie wünſche nur, Eliſa⸗ beth lernte ihre Fehler eben ſo zu überwinden als Emilie und nähme ſich deren Gewiſſenhaftigkeit zum Muſter. Liebe Mutter, Du irrſt Dich in Eliſabeth, begann Herr von Kadden.— Wirſt Du nicht mehr Geduld mit ihr haben müſſen, als Schlöſſet mit Emilien? fragte Eliſe lächelnd.— O, wenn ich nur ein Achtel von Schlöſſers Ruhe hätte! entgegnete er ſchnell.— Du haſt ſie aber nicht? fragte ſie wieder.— Er ſchüttelte lächelnd den Kopf.— Du ſiehſt alſo, mein lieber Otto, daß wir Alle unſere Fehler haben, und daß wir uns Alle mit Geduld tragen müſſen.

— In dem Augenblick trat Eliſabeth herein ₰ und das

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