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Emilie Herrn von Kadden unerträglich, und der gute Ruf der Sanftmuth und Beſonnenheit, den er ſich in der erſten Hälfte ſeines Beſuches erworben, ſcheiterte in der zweiten Hälfte einige Mal ſehr auffallend im Zuſammenſein mit ihr. Das letzte Mal war er nahe daran, ſehr heftig und rückſichtslos gegen ſie zu ſein, aber Schlöſſer reichte ihm freundlich die Hand und ſagte: Lieber Vetter, mit jungen Damen muß man Rachſicht haben. Das wirkte wie ein Zauber. Verzeihen Sie mir, lieber Schlöſſer, daß ich mich mit Fräulein Emilie nicht gut vertragen kann, ſagte er ſeufzend, dann wandte er ſich wie im Scherz zu Emilien und fügte hinzu: Ich fürchte auch faſt, wir werden es nie recht gut lernen. Ich fürchte es auch, entgegnete ſie kalt, und die Sache war abgemacht.
Kadden ſchüttete ſeiner Schwiegermutter darüber das Herz aus, als er bald darauf mit ihr allein war. Der arme Schlöſſer! verſicherte er eifrig, er kann mit ihr nicht glücklich ſein; mich würde das Mädchen zur Verzweiflung bringen. Ich weiß nicht,— nun ich will nichts weiter ſagen.— Lieber Otto, ſagte Eliſe freundlich, wir ſollen aber gegenſeitig Geduld mit einander haben.— Mit der kann kein Mann Geduld haben, ſiel er heftig ein.— Schlöſſer kann es, ſagte Eliſe ruhig.— Nun, da helfe ihm der liebe Gott! fügte Kadden ſeufzend hinzu.— Cliſe mußte lächeln, aber ſie benutzte dieſe Gelegenheit, ihm Emiliens Eigenthümlichkeiten gründlich auseinanderzuſetzen, ihre Fehler und ihre guten Seiten. Daß ihr Verſtand


