Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Familie, ganz gegen Stottenheims Erwarten, freundſchaft⸗ lich herangezogen. Frau von Bonſak und die älteren Töch⸗ ter, die nur ihre Unterhaltung im Auge hatten, freuten ſich ſchon auf den Umgang mit der liebenswürdigen jungen Frau von Kadden, und Adolfine war ſo hingenommen von neuen Herzens⸗Angelegenheiten, daß ſie den ungezogenen Herrn von Kadden längſt vergeſſen hatte. Die Frau Obriſt war ſogar ſo gütig, ſich für ſeine neue häusliche Einrich⸗ tung zu intereſſiren, ihm zu rathen und Beſorgungen zu übernehmen.

Die Alltäglichkeit mit ihrer unſcheinbaren Macht übt eine große Gewalt über den menſchlichen Geiſt; Herr von Kadden fühlte dieſe Art zu leben, zu ſprechen und zu den⸗ ken, dies ganze Treiben, bald wieder als ein ganz natür⸗ liches und herkömmliches. Das Leben mit ſeiner Braut, ihr Reden und Denken hätte er niemand verrathen mögen, es kam ihm ſelbſt wohl wunderſelig, aber ſo fremd und eigenthümlich vor; ebenſo die Erlebniſſe in den letzten Herbſttagen erſchienen ihm faſt ſchwärmeriſch. Das Ge⸗ ſangbuch, das er ſich ſeinem Vorſatz getreu ſogleich holen ließ, lag unbenutzt auf dem Klavier.

Aehnlich war es auch mit Eliſabeth. Ihr leichter Sinn hatte ſich bald über die kleinen bedenklichen Scenen mit dem Bräutigam hinweggeſetzt, ſie war völlig überzeugt, daß ſie eine Thörin war und ſich ohne Nutzen ſelbſt ge⸗ plagt, es war ja Alles ſchön und wundervoll, und ihre Briefe waren holdſelige, bräutliche Briefe. Ernſte Sachen

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