Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Mienen des Freundes hatte ſie geſehen, wie die Sachen ſtan⸗ den. Sie hatte einmal verſuchen wollen, ob ſie nicht die Königin eines unterthänigen Dieners ſpielen könne, und da ſaß nun der König, und ihre Liebe und Verehrung zu ihm war mit ſeiner Größe geſtiegen. Dieſer Liebe zu Gefallen wollte ſie jetzt gern demüthig ſein und wußte es nur nicht anzufangen. Fritz trat zu ihr und fragte: Wollten Sie mich vorhin nicht ſehen? Die Wahrheit zu umgehen kam ihr nicht in den Sinn; das Nein aber wollte nicht über ihre Lippen. Morgen reiſe ich ab, und dann werde ich Sie in langer Zeit nicht mehr ſtören, ſprach er weiter, und obwohl er es verſuchte, ruhig und kühl zu reden, ſo konnte er doch den eigenen Schmerz im Tone der Stimme nicht verhehlen. Sie ſchwieg immer noch, aber ſie mußte ſich wohl zum Reden entſchließen, er griff ſchon nach der Mütze, viel⸗ leicht noch eine Minute und er hatte das Zimmer verlaſſen. Verzeihen Sie mir erſt, begann ſi ſtockend. Ein Freu⸗ denſtrahl ging durch ſein Herz und leuchtete aus ſeinen Au⸗ gen. Ich werde nie wieder ſpotten, fügte ſie etwas mu⸗ thiger hinzu. Er reichte ihr die Hand und lächelte, er hätte nun auch allerhand ſagen können, vielleicht: daß er es beſſer lernen wolle mit ihr umzugehen; aber es war nichts nöthig, ſie verſtanden ſich wohl, und es war Alles gut.

Des Onkels laute Stimme ſtörte ſie, er kehrte eben von einer Geſchäftsreiſe zurück, und ſeine Frau, Licht brin⸗ gend, trat mit ihm in das Zimmer. Nun ja, da iſt der Fritz, ſagte der Oberförſter und begann mit dem jungen