Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Sie winkte nur, beide ſchwiegen. Nach einer Pauſe be⸗ gann ſie Auch Ihnen gehört dieſer Reichthum. Sie legte bei dieſen Worten ihre feine weiße Hand auf das große Bi⸗ belbuch. Ja, auch mir, entgegnete er ſeufzend, und doch Sie ſind noch kein Hülfsbedürftiger, fuhr ſie lächelnd fort, Sie ſind jung und ſtolz und kühn, und erwarten viel von ſich und von der Welt. Ja, jung und ſtolz, ſagte er mit etwas wehmuthigem Ton, ein rechter König nach dem Schein, aber man darf nicht immer in ſein Königreich hinein ſchauen, da iſt es oft eine Armſeligkeit und ein Schwanken und eine Muthloſigkeit, man weiß nicht, ob man darüber wei⸗ nen oder lachen ſoll. Es giebt nichts Schöneres, als wenn ein kluger und begabter und großer Mann in Demuth ſeine Knie beugt vor Einem, der noch größer und erhabener über ihm iſt, ſagte die Oberförſterin wieder. Es wäre wohl gut, wenn unſere Hoffnung und unſere Sehnſucht ein beſſeres Ziel hätte, als dieſe arme Erde, entgegnete der junge Mann. Bemühen Sie Sich nicht daran zu zweiflen, lieber Fritz, fuhr die Oberförſterin fort, kommen Sie mit Kindes Sinn und Kindes Recht, und bleiben Sie nicht außen ſtehen, wie ein armer fremder Bettler.

Marie trat jetzt ein und unterbrach die Unterhaltung. Komm her, Mariechen, ich habe lieben Beſuch, ſagte die Tante. So? ſagte Mariechen und kam langſam nä⸗ her. Wir haben uns ſchon geſehen, entgegnete Fritz ſehr ruhig. Die Tante war aufgeſtanden um Licht zu holen, Marie ging verlegen in das andre Fenſter, an den ernſten

Eliſabeth. 1. 2