Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Wenn Herr Karl von Budmar aus dem Felde kam und an der Gartenlaube vorbei paſſirte, knüpfte er nicht ſelten eine Unterhaltung mit der zuvorkommenden Frau an, ſie nahm ja ſo lebhaft Theil an ſeinen ökonomiſchen Inter⸗ eſſen, hatte ſelbſt die Werke des Edlen von Kleefeld ge⸗ leſen und ſprach über Bodenverbeſſerung und Klee⸗ und Es⸗ parſettenbau wie ein Buch. So war der Umgang ange⸗ knüpft, und die Verlobung mit Charlottchen war eine ein⸗ fache Sache, bei der die Schwiegermama die Hauptrolle ſpielte. Gleich nach der Verlobung war der Bräutigam ſehr glücklich und zufrieden, er ſprach mit der Schwieger⸗ mama gründlich über Ausſtattung und Einrichtung und über Charlottchens Pflichten als fleißige und umſichtige Hausfrau. Daß ſie außer der umſichtigen Hausfrau auch eine zartbeſaitete Seele war und er ſich als glücklicher Bräutigam in einem Felde von unendlichen Rückſichten be⸗ wegen müſſe, daß ahnete er nicht. Je mehr ihm das klar ward und je mehr ſeine Schwiegermama ihn zur zarten feinen Seele heranbilden wollte, je größer ward die fieber⸗ hafte Auftegung ſeiner Nerven. Er ſah ſeinen Beruf deutlich vor Augen, nämlich nicht zu heirathen und ein guter alter Onkel zu werden, der an den Familienfreuden der Geſchwiſter ſo viel Theil nimmt, als er gerade Luſt hat, und außerdem den Werth des Familiengutes durch

ſein ausgezeichnetes Wirthſchaften auf den doppelten Werth

bringt. Als er heute dem Bruder ſeine Kämpfe und ſeine Pläne mittheilte, wurde er beſonders lebhaft, als er auf