Druckschrift 
Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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der Pfarrer ſein Vorhaben errathen, und war herunter⸗ gekommen, eine blutige Scene zu verhindern.

Herr Lazare, ſagte er zu dem jungen Mann, gehen Sie hinauf, dem armen Kinde Muth zu ſeinem Glück zu machen. Und Sie, Protat, ſetzte der Prieſter hinzu, der noch nicht Zeit gehabt hatte, dem Holzſchuh⸗ macher den Zweck ſeines Beſuchs zu offenbaren, hören Sie mich an. Und er erzählte ihm Alles, was zwi⸗ ſchen ihm und dem Künſtler im Pfarrgarten ſich zuge⸗ tragen hatte.

Vier oder fünf Tage nach den Ereigniſſen, die wir eben berichtet haben, waren alle Perſonen dieſer Er⸗ zählung, mit Ausnahme von Zephyr, im Speiſezimmer gegenwärtig. Es war nach der Mahlzeit. Auf einmal erſchien der Lehrling an der Schwelle, welchen man ſeit vier Tagen nicht geſehen hatte. Zephyr hatte ſich leicht durch die jungen adeligen Landſchaftsmaler der Akademie von Marlotte verlocken laſſen. Einer von ihnen, der den Beſitzer des Schloſſes Bourron kannte, hatte den Lehrling, der mit allen ſeinen Arbeiten, die er Lazare in der Grotte der Langen Felſen gezeigt hatte, beladen war, dort eingeführt. Alle dieſe Gegenſtände wurden um raſende Preiſe von ihm gekauft. Zurück⸗ gehalten wie eine Curioſität inmitten der eleganten Pariſer Geſellſchaft, die gerade auf Schloß Bourron wohnte, getäuſcht durch Lobſprüche, die er ſich jeden Augenblick in die Ohren flüſtern hörte, geliebkoſt von jungen Damen, für deren Müſſiggang er zum Zeitver⸗ treib diente, hatte Zephyr voll Stolz, und die Taſchen mit Gold gefüllt, dieſes Haus verlaſſen. Vier Tage lang hatte er weder an Adeline, noch an Lazare, noch an Liebe und Dank gedacht, die Eitelkeit erſtickte ihn. Er wollte nicht auf den Künſtler warten, um nach Pa⸗ ris zu gehen. Was ſeine Lektionen betraf, ſo hatte man ihm auf dem Schloß geſagt, daß er keine Lektio⸗ nen brauche, ſondern bereits geben könne. Zephyr

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