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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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ſchloß daraus, daß ſein Glück nicht erſt, wie der Künſt⸗ ler ihm geſagt hatte, zu machen, ſondern bereits ge⸗ macht wäre.

Dieß war der Bericht, den er den Gäſten in Mon⸗ tigny abſtattete. Bei ſeinem Erſcheinen hatte Lazare eine Bewegung der Verlegenheit empfunden; aber im Verlauf des Geſprächs, in der Haltung des Lehrlings hatte Lazare die Vorrede zu Egoismus und Un⸗ dankbarkeit erkannt.

Dann, ſagte Vater Protat zu ſeinem Lehrling, werden wir nicht die Ehre haben, Dich bei Adelinens Hochzeit zu ſehen?

Und als der Künſtler ihm dieſe Neuigkeit beſtätigte, wurde Zephyr ſehr blaß; er antwortete nichts und ſchien auf einen Lärm zu horchen, der von der Straße her⸗ kam: es war der Dudelſack des Kuhhirten, der das Vieh nach den Ställen führte.

Iſt es der Magiſter oder Cadet,*) der von der Weide zurückkommt? fragte nachläſſig der Lehrling.

Du erkennſt nicht die Töne des Magiſters? Er iſt es, der Cadet ablöst, ſagte Madelon.

Der Lehrling trat an das Fenſter, das auf die Straße ging, und einen Augenblick hinausſehend, mur⸗ melte er: er iſt es, ich erkenne ihn.. Dann ver⸗ ſchwand er nach einem raſchen Gruß, der Jedermann überraſchte, unter ſeinem Ueberrock einen kleinen, rothen Shawl mitnehmend, den Adeline am Fenſterhaken auf⸗ gehängt hatte. Während man noch über die plötzliche Entfernung des Lehrlings erſtaunt war, ließ ſich Ge⸗ ſchrei unter dem Fenſter hören.

Nimm Dich in Acht! rief eine Stimme,Du weißt, daß er bösartig iſt.

Lazare und Cecile, Adeline und ihr Vater liefen

*) Namen der beiden Zuchtſtiere.