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droht? Iſt meine Rolle, zu fliehen, wie wenn ich ſchul⸗ dig wäre? Iſt meine Unſchuld ein Grund zur Feig⸗ herzigkeit? Ich frage Sie darüber, bei Gottes Wort! ſprechen Sie wie ein ehrlicher Mann!“
„Ihre Gegenwart würde für ſie noch ferner zur An⸗ klage werden, und Sie haben kein Recht, dieſes Mäd⸗ chen zu beſchützen,“ antwortete der Prieſter, ein wenig erſchüttert und in den Augen des jungen Mannes zu leſen bemüht, mit welchem Namen er die Aufregung bezeichnen ſollte, der Lazare zum Raub wurde. Die Antwort des letztern enthob ihn aller Zweifel.
„Ich liebe Adeline, mein Herr!“ rief Lazare.
„Sie lieben ſie,“ ſagte der Prieſter, deſſen Geſicht von einer zurückgehaltenen Freude leuchtete,„und Sie fragen mich um Rath!“ fügte er, die Hände zuſam⸗ menſchlagend, hinzu;„aber um alle dieſe ſchlimmen Ge⸗ rüchte, die einen Mackel auf ihren Namen werfen, zum Schweigen zu bringen, brauchen Sie ihrem Vater nur
ein Wort zu ſagen, der Sie beide ſchicken wird, es vor
mir am Altare meiner armen Kirche zu wiederholen.“ Dann, als er ſah, daß Lazare ſtille ſchwieg, nahm der Prieſter wieder eine ernſte Miene an.—„Sie antwor⸗ ten nicht?“ fragte er ihn.
„Sie müſſen mich zuvor anhören,“ ſagte der Künſt⸗ ler. Und in einer raſchen Erzählung, die das Ge⸗ präge freimüthiger Wahrheit trug, die über alle Fragen und Zweifel geht, ſchilderte er ihm ſein ganzes Leben, was er geweſen, was er jetzt war und zu werden wünſchte. Die Vergangenheit war Muth im Verein mit viel Ar⸗ beit; die Gegenwart noch immer Arbeit und ſchon Hoff⸗ nung; die Zukunft immer Arbeit und vielleicht ein wenig Vermögen.„Ich habe das Leben junger Leute meines Alters und Berufs gelebt,“ ſagte Lazare,„aber ſeit zehn. Jahren mir das Herz leer bewahrt, als hätte ich eine Vorausſicht dieſer Liebe, die es jetzt erfüllt. Ich liebe Adeline, und wenn ich zandere, ſie zur Frau zu


