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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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unglücklicher Weiſe haben wir es nicht mit ei⸗ nem oder einer, ſondern mit allen zu thun, fiel die Magd ein.

Madelon erzählte Lazare, wie ſie das auf Rech⸗ nung ihrer jungen Herrin herumlaufende Geſchwätz er⸗ fahren hatte. Es geſchah im Waſchhauſe, während Adeline und Cecile auf dem Spaziergaug waren: Die⸗ ſelben Reden, die Tags zuvor in der Wirthsſtube des Weißen Hauſes vorgefallen waren, hatten ein Echo bei den Gevatterinnen, die ihre Wäſche klopfen wollten, gefunden, und alle dieſe argliſtigen Inſinuationen wur⸗ den, durch den Mund der Weiber gehend, noch mehr vergiftet. Madelon hatte ihren Herrn und hauptſäch⸗

lich ihre junge Herrin vertheidigen wollen. Sie hatte an ihr abgeſchiedenes Leben erinnert, man antwortete ihr: Hochmuth; ſie hatte an ihre Frömmigkeit erinnert, man antwortete ihr: Heuchelei; ſie hatte ſich auf die Liebe zu ihrem Vater berufen, man antwortete: Lüge; und je mehr ſie gegen dieſe Anklagen zu proteſtiren verſuchte, deſto gereizter und drohender waren ſie ge⸗ worden. Lilauß war ſie heimgekehrt, um Protat von dem, was im Dorfe vorging, zu unterrichten.Es ſtinkt für uns in der Luft, fügte Madelon bei, ihren

Bericht ſchließend;zudem habe ich drei Elſtern auf

den Kamin des Hauſes ſich ſetzen ſehen!

Aberglaube! ſagte Lazare.

Die Magd ſchüttelte den Kopf.Wenn ihrer Herrin Gefahr drohte, wer würde ſie vertheidigen können, fuhr ſie fort, jetzt da ihr Vater vor Kummer zu Grunde geht, und man von ihm nichts als Thränen herausbe⸗ kommen kann?

Und ich, rief Lazare,bin ich nicht da?

Sie, Herr Lazare, ſagte Protat ſich aufrichtend, Sie müſſen das Dorf verlaſſen, und zwar ſogleich! ſetzte der Holzſchuhmacher zornig hinzu.