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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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bisheriges Benehmen gegen Adeline, ſeitdem er das Mädchen kannte, zufammenfaßte, vermochte er nicht eine Thatſache zu finden, mit welcher auch das keckſte Uebel⸗

wollen ſich waffnen konnte.

Es iſt unmöglich, rief er,man hat das nicht geſagt, man hat das nicht ſagen wollen! Sie machen ſich zu ſchnell Unruhe. Es iſt ein Mißverſtändniß, ein vereinzeltes Geſchwätz einer namenloſen, durch ein Band mehr oder ein Endchen Spitzen verurſachten Eiferſucht. Ihr Leute vom Dorfe ſeid mißgünſtig, ein Hieb mit der Zunge iſt ſchnell gegeben. Das iſt nicht gefährlicher, als der Biß der Blindſchleiche, der uns im Walde ſo bekümmert hat und von dem keine Spur mehr übrig iſt.

Aber als er die Erzählung des ſeiner Tochter wi⸗ derfahrenen Unfalls hörte, antwortete Protat, der eine gewiſſe Aufregung hatte blicken laſſen, mit einem Ton, deſſen Ueberzeugung Lazare erſchreckte:

Beſſer würde es vielleicht ſein, die Blindſchleiche wäre eine wirkliche Viper geweſen.

O! murmelte Madelon, der dieſe Antwort einen Schauder erregte,denken Sie daran, daß er leidet, der arme Mann, um ſo etwas zu ſagen! Und was er ſagt, denkt er auch, gehen Sie!

Was! Herr Protat, rief Lazare, wirklich er⸗ ſchreckt durch dieſen Wunſch,aber Ihre Tochter würde zu dieſer Stunde todt ſein.

Haltung, Blick und Stillſchweigen von Adelinens Vater ſchienen zu beſtätigen, daß dieſer ſchreckliche Wunſch der wahre Ausdruck ſeiner Gedanken war.

Aber, fuhr Lazare fort,man wird entdecken können, welcher oder welche dieſe abſcheuliche Verleum⸗ dung verbreitet hat; man wird ihn entlarven, die Un⸗ ſchuld Ihrer Tochter wird an den Tag kommen, öffent⸗ lich kund gegeben werden. Murger, Adeline Protat. 18