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ein unſchädliches Thier war?“ fuhr der Hirte fort, das Thier mit der Spitze ſeines Stabes umwendend.
„Aber das Fräulein iſt gebiſſen worden, und wir hatten Angſt.“
„Dieſe Thiere ſind doch leicht zu erkennen; und obgleich der Kopf von dieſem zertreten iſt ſieht man doch noch wohl, daß es keine Augen hatte.“ Und er warf das Reptil in einen Buſch.
„Was haben Sie mir Angſt gemacht, mein Herz!“ ſagte Lazare leiſe, ſich Adelinen wieder nähernd.
„Sie ſagten mir, Sie dächten an mich,“ antwortete
das Mädchen deßgleichen.„Sie ſehen wohl, es iſt nicht ſo: hätten Sie an mich gedacht, ſo hätten Sie Ihre Kamaſchen angezogen; wäre das der Fall ge⸗ weſen, hätte ich keine Angſt gehabt, und ohne dieſe auch nicht beim Anblick der Schlange geſchrieen.“
„Aber als Sie dieſelbe ſahen, warum ſind Sie darauf getreten?“ 3
„Sieh doch!“ antwortete Adeline,„Sie wollten ja
den Fuß darauf ſetzen.“ Als er dieſes ſo einfach ausgeſprochene Wort hörte, das ihm ſo viel Aufopferung und Liebe offenbarte, fiel Lazare vor Adeline auf die Kniee, und Eecile wandte ſich bei dieſem Anblick ab, als wollte ſie die Wirkung der untergehenden Sonne betrachten.
Eine Viertelſtunde nachher war die Karavane un⸗ terwegs. Zephyr wollte ſeine Funktionen als Cavalier bei Adeline wieder übernehmen, fand aber den Platz beſetzt. Lazare führte den Eſel, auf dem die Tochter des Holzſchuhmachers ritt, am Zaum und leitete ihn auf dem Wege. Der Lehrling tröſtete ſich damit, daß Cecile ihm das zweite Reitthier überließ, auf welchem er einen neuen, triumphirenden Einzug in Montigny hielt. Dieſe
gemeinſchaftliche Rückkehr mit dem Koſtgänger des alten
Protat erregte neues Gemurmel unter allen Bewoh⸗ nern, welche vor ihrer Thüre der Kühlung genoſſen.


