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Adeline Protat / aus dem Französichen des Henry Murger von Dr. Karl Büchele
Entstehung
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griff nicht ein Wort von den abgebrochenen Redensar⸗ ten, welche das Mädchen an ihn richtete, da ſie in Wirklichkeit mit dem Paar, das vor ihr her ging, all⸗ zuſehr im Geiſte beſchäftigt war. Als Lazare ſah, daß die Tochter des Holzſchuhmachers ſehr ernſthaft mit Zephyr ſchwazte, begann er ſelbſt das Geſpräch mit ſeiner Begleiterin in einem angelegentlichen Tone zu führen, und da Cecile ohne Zweifel das Motiv errieth, das Lazare, der ſich bisher ſo zurückhaltend gegen ſie benommen hatte, zu einer ſolchen Handlungsweiſe trieb, ſo ging ſie ziemlich frei auf einen Austauſch gezierter Redensarten und Höflichkeiten ein, der ihr Spaß machte. Der Künſtler ſetzte ſich während der zehn Minuten eines Spaziergangs mit Galanterieen in größere Un⸗ koſten, als er gegen irgend eine Frau, ſo lange er auf der Welt war, aufgewendet hatte. Er ſtützte ſie, um über die Riſſe des Bodens hinweg zu kommen, er lief vor ihr her, die Zweige, welche ſie auf dem Gang hinderten, auf die Seite zu biegen, er hatte ihr Son⸗

nenſchirm, Shawl und Hut abgenommen, den er mit

unglaublicher Ungeſchicklichkeit trug, und auf dem gan⸗ zen Wege gingen die leichten, verliebten Worte und Winke dermaßen hin und her, daß Lazare zu ſich ſelbſt ſagte:Das iſt ja ein ſehr leichtes Dämchen! Dieſes ganze Benehmen entging Adeline nicht, welche von Seiten Zephyrs der Gegenſtand von Anfmerkſamkeiten war, ganz denen ähnlich, welche der Künſtler ſeiner Begleiterin zu erweiſen ſchien, denn der Lehrling ahmte Lazare in den geringſten Bewegungen ſklaviſch nach; er ſchob mechaniſch Zweige weg, die nicht vorhanden waren, und zwang das Mädchen, ihm die Hand zu geben, über Spalten hinwegzuſteigen, von denen keine Spur war. Auf einmal wandte ſich Lazare um und ſah, wie Zephyr Adeline um den Leib faßte; ſie war über einen Haufen Fichtennadeln ausgegleitet und der Lehrling hatte ſie gehalten.