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Halt und ſie wechſelten einige Worte. Während des Geſprächs hatte Lazare einen neugierigen Blick auf 6 die Studie des Landſchaftsmalers geworfen. Seine erſte 6 Bewegung war, ſich die Angen zu reiben und um ſich zu ſehen. Man wird in der That das Erſtaunen be⸗ greifen, welches ihm die auffallende Metamorphoſe ver⸗ urſachte, welche der Landſchaftsmaler mit einer von ihm zum Vorbild gewählten Gegend vorgenommen hatte. Mit Ausnahme des Grundplanes hatte ſich Alles unter dem Pinſel des Kunſtzöglings nach der Natur modificirt. Dahin, wo die großen Eichen der Schlaf⸗ ſtätte ſtanden, hatte er italieniſche Pinien, ihren Sonnenſchirm öffnend, geſetzt; die Brombeerſträuche des Vipern⸗Buſches waren in Alos's und Caktus verwandelt; aus den in der Nachbarſchaft weidenden Kühen waren Büffel und große weiße Ochſen mit hohen Hörnern, wie man ſie in füdlichen Gegenden findet, geworden. Der friedliche Horizont der Brie in der Cham⸗ pagne war auf dieſem Gemälde mit einer Meuge von 1 Monumenten bereichert, wo griechiſche Architektur den Azur des Himmels zwiſchen den Säulenreihen der Tempel zerſtückelte.
„Ein ſchöner Ort hier und eine große Natur,“ bemerkte Lazare gegen ſeinen Collegen; zugleich ſtreckte er die Hand aus, auf die Landſchaft zu zeigen, in deren Mittelpunkt ſie ſich befanden.
„Dhne Zweifel,“ erwiederte der junge Mann ſehr ernſthaft;„aber es fehlt an Eleganz; vie Linien ſtoßen, brechen, verwirren ſich ohne Anmuth, und dann iſt der Horizont arm. Auch habe ich, wie Sie ſehen, einige glückliche Zuſätze gemacht.“.
„Wirklich,“ ſagte Lazare,„Sie haben die Ma⸗ deleine⸗Kirche in den Hintergrund geſetzt.
„Nein, das iſt ein Minerven⸗Tempel. Dieſer Por⸗ tikus erhöht den Adel der Landſchaft beträchtlich.“
Murger, Adeline Protat. 17


